Schritt für Schritt zur freien Traurednerin: 6 Tipps für Dich.


Wie wird man freie Traurednerin? Braucht man dafür eine IHK-Ausbildung, besucht man besser ein Seminar bei einer erfahrenen Traurednerin oder kann man alle Seminarinhalte selbst erlernen? Fakt ist: Der Beruf als Traurednerin, auch bekannt als Hochzeitsrednerin, ist nicht geschützt und kann im Prinzip von jeder und jedem, ohne nachweislichen Abschluss, ausgeführt werden. Es ist keine Ausbildung, kein Seminar oder ein IHK-Abschluss nötig. 

Somit steht fest: Jede und jeder kann diesen wundervollen Beruf erlernen. Wie bei vielen Berufen, die frei umsetzbar sind, könnte man sich alle Themen selbst zusammensuchen. Das Wissen besorgt man sich dann aus der Bibliothek und/oder dem Internet. Wer sich auf diese Weise die wichtigsten Grundlagen aneignet, der sollte bereits ein hohes Maß an Wissen mitbringen. Es ist nicht unmöglich, aber in diesem Fall sollte man Kenntnisse in der Unternehmensgründung, im Marketing oder idealerweise Erfahrung im Reden schreiben haben. In der Regel ist man jedoch kein Experte auf verschiedenen Gebieten. Leider kann bei dieser Methode Wissen auf der Strecke bleiben. Will man auf der sicheren Seite sein, dann empfiehlt es sich, bei einem Profi Rat zu suchen. 

Freie Traurednerin: Muss man eine IHK-Ausbildung absolvieren oder reicht auch ein Seminar?


Da wir die freie Wahl haben und selbst entscheiden können, liegt es in unserer Hand, welches Weiterbildungsangebot wir nutzen. Hier in Deutschland schreien viele oft nach einem offiziellen Abschluss, weil sie dann etwas vorweisen können. Aber ist der „Schein“ wirklich ein Garant dafür, dass wir in diesem Job auch die Richtigen sind? Diese Frage muss natürlich jeder für sich beantworten. 

Schon in meinem alten Job als Senior Projektmanagerin und Teamleiterin habe ich die Erfahrung mit meinen Mitarbeitern gemacht, dass nicht immer der Abschluss entscheidend für einen guten Mitarbeiter sein muss, denn es geht nicht immer um das Handeln nach Lehrbuch, sondern um die Anwendung in der Praxis.

Ich kann verstehen, wenn Du an dieser Stelle eine Antwort hören möchtest und aus diesem Grund gebe ich im Folgenden meine eigene Meinung zu diesem Thema wieder: 

Die Frage, ob es eine IHK-Ausbildung sein sollte oder nicht, würde ich mir in erster Linie nicht stellen, denn für mich gibt es einen anderen Fokus. Darüber hinaus sollte der Fakt ganz interessant sein, dass Brautpaare nicht danach fragen, ob man eine IHK-Ausbildung vorweisen kann. Vielmehr geht es darum, das Herz des Brautpaares zu erobern und selbstverständlich, dass kann ich nicht abstreiten, Ahnung auf dem Gebiet der Traureden zu haben. 

Bei einer Kursauswahl sollte man aus meiner Sicht deshalb nicht primär den Fokus auf einen Abschluss, sondern auf die Seminarinhalte legen. Mein Tipp: Vergleiche die angebotenen Kurse und überprüfe, ob die aufgeführten Themen wichtig für Dich sind. Welche Kursthemen aus meiner Sicht unbedingt in einem Seminar enthalten sein sollten, das kannst Du hier nachlesen:


Damit meine Teilnehmerinnen vorweisen können, dass sie einen Kurs belegt haben, erhalten sie ein gedrucktes Zertifikat und einen Website-Banner von mir. Somit sehen die Paare auf den ersten Blick, dass sich die Rednerin auf diesem Gebiet weitergebildet hat. 

Welche Vorkenntnisse benötigt eine Traurednerin?


Ein weiterer, spannender Aspekt bei der Berufswahl ist die große Frage, ob diese Tätigkeit auch für jeden geeignet ist. Hin und wieder kommt der Gedanke bei meinen Teilnehmerinnen auf, dass es doch reicht, wenn man gut reden kann, schließlich halten sie auf der Arbeit auch viele Präsentationen und bringen somit schon die Grundvoraussetzungen für den Beruf mit. Stimmt das? Nun ja, wenn man weiß, was dieser Beruf alles noch so mit sich bringt, würde ich aus meiner eigenen Erfahrung als Traurednerin sagen, dass das nicht alles ist. Klar, unsere Aufgabe ist es, am großen Tag des Paares eine wunderschöne Rede zu halten und zu dieser unvergesslichen Rede gehört meines Erachtens definitiv auch, dass man „schön reden“ kann. Aber ist das denn wirklich alles?

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Was macht eine gute Hochzeitsrednerin aus? 


Ich bin der Meinung, dass eine gute Rednerin „schön reden“ sollte, aber auch noch weitere Aspekte mitbringen sollte. Es ist vielmehr das Gesamtpaket, das eine Hochzeitsrednerin ausmacht. Denn wer freie Hochzeitsrednerin werden möchte, sollte sich bewusst werden, dass es sich hier um eine selbstständige Tätigkeit handelt, die auch erfolgreich betrieben werden möchte. 

Wir sind Unternehmer und Unternehmerinnen und dabei geht es nicht darum, wie viele Jobs wir im Jahr umsetzen. Ob nur 1 Traurede, 20 oder 50 Reden im Jahr, ob nebenberuflich oder in Ausübung als Vollzeitselbstständiger… Bei aller Liebe zum Beruf möchten wir doch auch Geld mit unserer Leidenschaft verdienen. Aus diesem Grund würde ich sagen, dass es um weit mehr geht, als nur das schöne reden. Mit dem Aufbau der Selbstständigkeit legen wir einen Grundstein, welcher gefestigt werden sollte. Warum wollen wir denn sonst Zeit und Geld in unser Unternehmen investieren? Richtig! Weil wir Spaß an unserer Tätigkeit haben und gleichzeitig auch Geld verdienen möchten. 

Ich finde es unglaublich schade, dass es doch noch so viele Unternehmerinnen und Unternehmer gibt, die voller Hoffnung mit ihrem Vorhaben starten und dann schon nach kurzer Zeit scheitern. Im KfW-Gründungsmonitor 2018 wurde veröffentlicht, dass 14% aller Gründungen bereits nach dem ersten Gründungsjahr scheitern (Datenbasis 2008 bis 2014). Das sind tatsächlich mehrere 10.000 Gründer, die nach so einer kurzen Zeit die Selbstständigkeitsreise beendet haben. 

Woran liegt es, dass Gründer häufig scheitern? 


Das Scheitern kann natürlich viele verschiedene Gründe haben. Wichtig ist es aus meiner Sicht, dass die Selbstständigkeit sehr gut vorbereitet wird. Wenn Du zu den Personen gehören möchtest, die sich erfolgreich ein Hochzeitsredner-Business aufbauen möchten, dann empfehle ich Dir von Anfang an richtig an die Sache heranzugehen. Nimm Dir Zeit und mache Dir über verschiedene Themen ausreichend Gedanken.  

Schritt für Schritt zur erfolgreichen Hochzeitsrednerin: Meine Tipps.


Eins nach dem anderen, ist die Devise. Jetzt heißt es Struktur in die Sache bringen und Schritt für Schritt das Hochzeitsredner-Unternehmen aufbauen. In meinen Seminaren Erfolgreiche Hochzeitsrednerin werden gehe ich mit meinen Teilnehmerinnen Schritt für Schritt die Themen durch, die essentiell für den Business-Aufbau sind. Hier ist für Dich ein kleiner Auszug aus meinem Seminar – gerne gebe ich Dir 6 meiner Tipps mit auf den Weg!

1. Entscheide Dich anfangs für einen Redner-Bereich!


Was darf es denn bitte sein: ein paar Motto-Hochzeiten? Crazy-ausgeflippte Hochzeiten? Oder doch lieber die romantisch-klassische Trauung? Es sollen Gottes-Hochzeiten oder Keltische Trauungen werden? An dieser Stelle könnte ich sicher so weiter machen, denn es gibt unzählige Zeremonien und ein Meer an Möglichkeiten, sich das Ja-Wort im Rahmen einer freien Trauung zu geben. Beantworte Dir die folgende Frage: Welchen Bereich möchtest Du bedienen? Auf welchen Hochzeiten fühlst Du Dich als Rednerin richtig wohl? Es ist äußerst wichtig sich zu positionieren – es ist für Dich und Deinen Kunden wichtig. 

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2. Finde Deine eigene Positionierung & definiere Deine Zielgruppe.


Wie wir nun wissen… die eigene Positionierung ist die Basis und um genau zu sein, würde ich noch einen Schritt weiter gehen: Die Definition der Positionierung ist Gold wert! Im zweiten Schritt folgt die Zielgruppen-Bestimmung. Definiere Deinen Wunschkunden so konkret wie möglich: Wie alt ist Dein Kunde? Welche persönlichen und beruflichen Interessen hat er? Hält er oder sie sich in den Sozialen Medien auf? Wo heiraten Deine künftigen Brautpaare und wie viel Hochzeitsbudget steht den Paaren zur Verfügung? Je mehr Du vom zukünftigen Brautpaar weißt, umso leichter fällt Dir das Marketing. Denn um zu wissen, wo sich Dein Kunde befindet, müssen wir wissen, was unseren Kunden ausmacht. Im Marketing spricht man auch gerne von der Erarbeitung eines Avatars oder einer Persona. Gib dem „Kind“ einen Namen und beschreibe Deinen Kunden konkret – Alter, Kaufgewohnheiten, Sehnsüchten, Eigenschaften, Jahreseinkommen. All die Antworten geben Dir Aufschluss darüber:

  • welche Bilder Du zeigen solltest,
  • wie Du kommunizieren kannst,
  • „wo“ Du Dich aufhalten solltest. 

3. Hochzeitsrednerin werden = Unternehmerin werden. Jetzt wird´s kaufmännisch.


Wenn Du freie Hochzeitsrednerin werden willst, dann baust Du Dir Deine eigene Unternehmung auf. Mein Tipp: Kümmere Dich um die kaufmännischen Angelegenheiten und bereite Dich darauf ausreichend vor. Wenn man noch nie mit dem kaufmännischen Part zu tun hatte, dann ist dieser Teil sicher nicht der leichteste. Ich hatte früher sehr großen Respekt vor der Gründung, weil ich nicht wusste, was alles auf mich zukommen wird. Aber es ist machbar und schon viele vor Dir haben es auch geschafft. Warum solltest Du es nicht schaffen? 

Im Rahmen des kaufmännischen Parts sollten auf jeden Fall folgende Themen auf Deiner Liste stehen: 

  • Anmeldung beim Finanzamt,
  • Entscheidung, wer Deine Buchhaltung macht (Du selbst oder ein Buchhalter/Steuerberater),
  • Definition Deines Honorars,
  • Entscheidung für die ein oder andere Versicherung (ich habe eine Betriebshaftpflicht und eine Rechtsschutzversicherung für Selbstständige).

Auch wenn das erst einmal für Dich ein Böhmisches Dorf sein sollte, mit der Zeit wirst Du erkennen, dass dies Bestandteile der Selbstständigkeit sind und wenn Du die erst einmal verstanden hast und hier keine Scheu mehr besteht, ist dies um so schöner und leichter!

4. Was ist Dein „Warum“?


Die Frage nach dem „Warum?“ klingt vielleicht etwas befremdlich, denn sicher hast Du schon eine Antwort darauf, wie etwa „Ich will Hochzeitrednerin werden, weil ich in meinem aktuellen Job nicht glücklich bin.“ Diese Antwort ist schon mal nicht schlecht. Aber was fällt Dir noch zu dieser Frage ein? Geh mal ganz tief in Dich. 

Warum ist Dein „Warum“ überhaupt so wichtig? Wenn Du Dein Warum kennst, dann wird dies, vor allem längerfristig, einen sehr starken Einfluss auf Dein Unternehmertum und somit auf Deinen Business-Erfolg oder eben Misserfolg als freie Hochzeitsrednerin haben. 

5. Mach Dich sichtbar!


Wie finden die Brautpaare die Hochzeitsdienstleister? Sie klopfen leider nicht einfach so an die Tür. Wir müssen uns zeigen, wir müssen auf uns aufmerksam machen. Bildlich gesprochen müssen wir ganz laut rufen: „Schaut her, ich bin Madeleine von SCHÖNELIEBE Traureden und ich biete romantisch / klassische freie Trauungen in München und Weltweit an. Darüber hinaus gebe ich noch mein Wissen an werdende Hochzeitsrednerinnen weiter“. 

Wir Menschen haben gelernt, dass wir unsere Produkte und Dienstleister im Internet finden können: Zeige Dich genau dort. Zeige Dich auf Deiner Homepage, liste Dich in Branchenbücher.

Mein Tipp: Baue Deine Website so auf, dass das Brautpaar sofort versteht, welche Art von Hochzeitsreden es bei Dir bekommen wird. Bildsprache und Inhalte müssen optimal aufeinander abgestimmt werden. In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal an Deine eigene Positionierung erinnern. Wer ist Deine Zielgruppe? Wo willst Du verheiraten? Zeige Deine Wunschbrautpaare in Deiner Wunschlocation. 

Copyright: Chris and Ruth

6. Finde Kollegen für den Austausch! 


Alleine kommt man im Leben nicht so weit, gemeinsam aber schon. Ich habe das am eigenen Leib erfahren, denn mit meinen Begleitern und Begleiterinnen hat es nicht nur viel mehr Spaß gemacht, nebenbei wächst man auch noch gemeinsam. 

Mein letzter Tipp an dieser Stelle ist: Suche Dir Kollegen aus der Hochzeitsbranche und tausche Dich mit ihnen regelmäßig aus. Es tut unheimlich gut, nach Meinungen zu fragen und hier nicht ganz alleine zu sein. Neben dem unternehmerischen Wachstum besteht noch ein schöner und toller Nebeneffekt: Ihr könnt Euch gegenseitig empfehlen (praktisch, oder?).

Zum Ende meiner Tipp-Liste möchte ich Dir noch ein Zitat mit auf den Weg geben. Goethe bringt es auf den Punkt. Fang an und lass Deinen Traum wahr werden!

„Es ist nicht genug zu wissen – man muss auch anwenden. 
Es ist nicht genug zu wollen – man muss auch tun.“

Johann Wolfang von Goethe

Solltest Du nun Feuer und Flamme für diesen wundervollen Beruf sein und Du möchtest eine professionelle Grundlage für Deine Selbstständigkeit schaffen, dann empfehle ich Dir einen Blick auf meine Seminarkonzepte: 

  • Grundlagenseminar „Erfolgreiche Hochzeitsrednerin werden“
  • Beratung (Individuelle Einzelstunden): in den Bereichen Angebotserstellung (Beratung oder ich übernehme die Erstellung für Dich), Social Media (z.B. Aufbau Instagram), Bewertung Deiner Website (Bilder, Inhalte), optimales & zielgerichtetes Marketing, Positionierung (Wie stellt man sich optimal auf?), Bewertung Deiner geschriebenen Rede
  • Redner-Seminar für Familien und Freunde

Wie schaut´s aus? Bist Du bereit für einen Start als erfolgreiche Hochzeitsrederin? Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe!

Madeleine von SCHÖNELIEBE 


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✔️ Traumhafte Toskanahochzeit: Die Fotografen Chris und Ruth erzählen über die wunderschöne Hochzeit von unserem gemeinsamen Brautpaar. Hier gehts zum BLOG-Artikel.

✔️ Mentoring: Du bist Hochzeitsrednerin und benötigst noch einen Sparringspartner, der Dich bei der ein oder anderen Sache berät? Du möchtest eine Einschätzung zu Deiner Rede und brauchst hier noch kleine Tipps für den Feinschliff? Ich berate Dich ganz individuell, schau gerne unter Mentoring vorbei.

✔️ Erfolgsgeschichten Hochzeitsrednerinnen: Wie haben es andere Hochzeitsrednerinnen geschafft? Lese hier nach, was meine Teilnehmerinnen in ihrer Zeit erreicht haben.